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Interview mit dem WeihnachtsmannWird man als Weihnachtsmann geboren?

Nein, als Baby. Aber kaum dass ich „Mama“ sagen konnte, war ich ein glühender Fan von ihm. Spätestens mit drei wollte ich so sein wie er, vor allem wegen der Geschenke. Allerdings hatte ich seinen Namen nicht richtig ausgesprochen – für mich war er lange der „Weinermann“. Wenn ich doch nur geahnt hätte, wie viele Gleichaltrige später weinen würden, wenn sie mich sehen.

Wann war Dein erster Auftritt als Weihnachtsmann?
Es hat dann noch ein paar Jahrzehnte gedauert, bis ich zum richtigen Weihnachtsmann wurde. 1999 war es soweit.

Wie war er?
Durchwachsen. Es begab sich auf dem Weihnachtsmann in Haldensleben und es war bitterkalt. Also mir kam der dicke rote Mantel sehr entgegen. Heutzutage wird mir eher heiß. Sie verstehen schon - wegen der Klimakrise. Ein Jahr später dann der Wechsel vom Kreisstadt-Ruprecht zum Landeshauptstadt-Rotwams.

Was macht der Weihnachtsmann außerhalb der Adventszeit?
Einfach weiter. Also mit der Schauspielerei. Das fällt mir nicht schwer, denn ich bin ja darin ausgebildet.

Welche Rollen liegen Dir besonders?
Ich hab’ schon so viele Rollen gespielt, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann. In den 1980er Jahren war ich engagiert im Theater Stralsund, dann wechselte ich ans Magdeburger Haus. Da war ich u.a. im „Hamlet“ der Vater oder „Gamaschen-Colombo“ in „Manche mögens heiß“. Nebenbei habe ich mit Kollegen wie Stefan Töpelmann, Peter Wittig, Thomas Riedel und Michael Walke (verstorben) die Bördebrothers gegründet. Wir waren so viel gebucht, dass wir im Theater kündigen mussten, um all die Termine wahrzunehmen. Außerhalb der „Bördebrothers“ wurde ich das „Magdeburger Original“ Schlackaffe. Für die Kaiser-Otto-Feste schlüpfe ich gern in die Rolle der Fantasie-Figur „Bötel-Benny“. Zwischendurch habe unendlich viele Hörbücher gemacht, in zig TV-Gerichts-Shows mitgespielt oder im Zielitzer Holzhaustheater so gut wie alles gemimt, was so auf der Bühne steht.

Welche Rolle nimmt in dieser Reihe Deine Paraderolle mit Bart und Rute ein?
Ich bin unheimlich gern Weihnachtsmann. Das macht zu 99 Prozent auch richtig Spaß. Es gibt aber auch Tage...

Du meinst den 25., weil dann alles wieder vorbei ist?
Nein, nein, ich meine die Tage, an denen ich mit Besuchern zu tun habe, die dem Weihnachtsmann ärgern.

Die gibt es?
Klar gibt’s die. Da sind die Halbstarken, die so cool sein wollen, dass sie den Anstand vermissen lassen. Da sind die angetrunkenen Frauenrunden, deren Lüsternheit selbst einem alten Mann mit langem Bart zu viel ist. Und da sind die Eltern, die dem Weihnachtsmann permanent ins Wort fallen, damit sogar der nach ihrer Pfeife tanzt.

Helfen da nicht die vielen Instrumente, die Du stets dabei hast und die ja schon zu Deinem Markenzeichen geworden sind?
Ja, ja, wenn ich Mandoline, Zither oder Ukulele zücke, geht’s. Dann löst sich vieles im gemeinsamen Gesang auf.

Welche Lieder werden am häufigsten gesungen?
„Oh Tannenbaum“, „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ und „So viel Heimlichkeit“.

Seit ein paar Jahren hat der Weihnachtsmann sein eigenes Haus auf dem Weihnachtsmarkt. Fühlst Du Dich darin wirklich wie zu Hause?
Diese Hütte müssen Engel gebaut haben. Sie ist mein Ort zum Aufwärmen und für die vielen Besucher einen Rückzugsort vom Markttrubel. In diesem Jahr bekomme ich ja ein neues Haus, das ist fast doppelt so groß wie das alte. Dadurch können mich noch mehr Kinder besuchen.

Wie sieht Dein Tagesablauf aus?
Von 14 bis 16 Uhr findet die Weihnachtsmann-Sprechstunde im Haus statt. Um 16:00 Uhr öffne ich vom 1. bis 23. Dezember jeden Tag ein Türchen im Adventskalender auf der Bühne. Anschließend besuche ich bis 17:00 Uhr die Kinder im Bastelhaus. Bis 18:30 Uhr kann man mich danach wieder in meinem Haus besuchen. Manchmal mache ich aber auch einen Rundgang über den Weihnachtsmarkt.

Hat der Weihnachtsmann noch Wünsche?
Gut, dass Du das fragst. Mein größter Wunsch wäre, Kinder wiederzutreffen, die früher oft bei mir waren und heute erwachsene Leute sind. Viele haben mir ja als Kind ihr Herz ausgeschüttet, an einige von ihnen kann ich mich noch gut erinnern.

Zum Beispiel?
An den kleinen Tim, der vor ein paar Jahren jeden Tag vor mir stand und ein Lied gesungen hat. Oder an einen Jungen, der aussah wie ein kleiner Professor und der später unbedingt in das Müllgewerbe gehen wollte, um die Welt ordentlicher zu machen. Oder an das Mädchen, das am 27. Mai Geburtstag hat und dessen sehnlichster Wunsch es war, dass der Weihnachtsmann zu ihrem Geburtstag kommt. Sie hat so lange gebettelt, bis ich ja gesagt habe und dann tatsächlich Ende Mai in voller Montur und Kutsche zu ihr gefahren bin. Das sind wundervolle Geschichten, die ich gern zu Ende schreiben würde. Wer also heute groß ist und sich so wie ich lebhaft an unsere gemeinsame Begegnung erinnert, der sollte sich unbedingt bei mir melden. Am Besten per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

ÖFFNUNGSZEITEN

des Magdeburger Weihnachtsmarktes:
25.11.2019 bis 30.12.2019

Montag bis Donnerstag 11 bis 22 Uhr
Freitag und Sonnabend 11 bis 23 Uhr
Sonntag 11 bis 21 Uhr

26.-29.12.2019: 11-21 Uhr
30.12.2019: 11-20 Uhr

Ruhetage: 24.12.2019 und 25.12.2019

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